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09.02.2010 09:52 Alter: 9 yrs
Kategorie: Pressestimmen
Von: Rainer Schulze

Makler wollen ihren schlechten Ruf polieren

31. Januar 2010 Wohnungsmakler haben ein Imageproblem. An Anekdoten über die Berufsgruppe herrscht kein Mangel. Tatsächlich scheinen die „schwarzen Schafe“ in dieser Branche ungewöhnlich zahlreich zu sein. Es wird von Maklern berichtet, die zu Massenbesichtigungen einladen oder wichtige Details „vergessen“, wie etwa den Hinweis, dass die Wohnung an einer lauten Durchgangsstraße liegt. Andere sehen ihre Aufgabe offenbar vor allem darin, die Adressen zu verwalten und schlecht vorbereitet zu Besichtigungsterminen zu erscheinen. Selbst Immobilienmakler bestätigen, dass die Vorurteile gegenüber ihrer Branche zum Teil berechtigt sind. „Vielen fehlt einfach die Qualifikation“, sagt ein Makler, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.


Zwischen 250 und 350 Immobilienmaklerbüros gibt es in Frankfurt. Genau lässt sich das nicht beziffern, denn Makler kann sich grundsätzlich jeder nennen, unabhängig davon, ob er nun eine qualifizierende Berufsausbildung durchlaufen hat, oder nicht. Dass die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, schade der Branche, meint Stephan Schlocker, Pressesprecher des regionalen Ablegers des Deutschen Immobilienverbands IVD Mitte, in dem 600 Makler aus Hessen und Thüringen organisiert sind. „Wer einen Friseursalon gründet, braucht eine Ausbildung. Wer ein Maklerbüro aufmacht, benötigt nur ein Messingschild.“

 

Verhältnis von Provision und Leistung

 

Der IVD fordert eine Ausbildungsverordnung und einen rechtlichen Schutz des Begriffs „Makler“, um Qualität sicherzustellen. Schwarze Schafe seien „peinlich“ für die Branche, die sich zuletzt sehr positiv entwickelt habe. „Es gibt kaum noch Quereinsteiger“, sagt Schlocker. Der Nachwuchs lege großen Wert auf eine gute Ausbildung, etwa zum Kaufmann für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft.

 

Nach Ansicht vieler Kunden steht die Höhe der Maklerprovision nicht in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung. Während die Provision bei der Vermittlung einer Mietwohnung auf zwei Monatsmieten zuzüglich Mehrwertsteuer gesetzlich begrenzt ist, ist die Courtage beim Verkauf von Eigentumswohnungen regional unterschiedlich geregelt. In Hessen liegt sie bei knapp sechs Prozent. Der Käufer eines 400.000 Euro teuren Wohnhauses zahlt rund 24.000 Euro Courtage.

 

„iMakler“

 

Es ist den Käufern schwer zu vermitteln, warum sie für eine Dienstleistung bezahlen, von der vor allem der Verkäufer profitiert. Für Schlocker liegt der Fehler im System. Die erfolgsabhängige Provision sei im Gesetz ungerecht geregelt. Besichtigungen, Vorverkaufsverhandlungen und Werbung bieten Makler sozusagen zum Nulltarif an. „Der arme Wicht, der die Immobilie schließlich kauft, muss es am Ende bezahlen.“ Dies ließe sich nur vermeiden, wenn Beratungen und Besichtigungen für alle Interessenten getrennt abgerechnet würden. „Wer eine Leistung abruft, soll auch dafür bezahlen“, laute diese Rechnung.

 

Von Bundesland zu Bundesland unterscheidet sich außerdem, ob der Verkäufer oder, wie in Hessen, der Käufer den Makler bezahlt. Schlocker hält dies im Ergebnis aber für unerheblich, da der Verkäufer die Provision auf den eigentlichen Wert anrechne: „Anderswo steckt die Courtage im Objekt drin.“ Mit seinem Modell eines festen Honorars hat der Bad Sodener Makler Harald Blumenauer auf die Unzufriedenheit der Kunden über die Käuferprovision reagiert. „Bisher war nicht klar, für wen der Makler eigentlich arbeitet“, sagt Blumenauer. Der Auftraggeber, der Verkäufer, zahlt bei seinem Geschäftsmodell „iMakler“ – „i“ für intelligent – dem Makler für seine Dienste ein Honorar, zurzeit 1480 Euro. Blumenauer und seine zehn Mitarbeiter ermitteln dafür den Marktwert der Immobilie, informieren den Kunden und führen die Verkaufsverhandlungen. Die Besichtigungen überlassen die „iMakler“ allerdings dem Verkäufer selbst.

 

„Die Tür öffnen und eine Fläche zeigen, das ist nicht mein Berufsverständnis“

 

Blumenauer hofft, dass sich sein aus den Niederlanden importiertes Geschäftsmodell auch hierzulande durchsetzt. Im vergangenen Jahr sei sein Umsatz um fünf auf 30 Millionen Euro gestiegen. Zehn Prozent seines Geschäftes mache er in der Region, in der er sein Angebot ausweiten möchte. Dass nur etwas mehr als die Hälfte der von ihm betreuten Angebote zum Erfolg führen, erklärt Blumenauer damit, dass viele Verkäufer von einem Geschäft absehen, falls sie ihre Immobilie nicht zu ihren Bedingungen veräußern können. Kritiker halten Blumenauer vor, sein Leistungsangebot sei zu gering. Er suggeriere gleichzeitig jedoch, dass die übrigen Makler zu teuer seien.

 

In der Region dominieren die großen Maklerketten den Markt. Engel und Völkers ist mit zwölf Büros und 150 Maklern in der Region vertreten. Corpus Sireo, ein Unternehmen aus dem Sparkassen-Verbund, entwickelt auch eigene Immobilienprojekte. In Frankfurt behaupten sich aber auch mittelständische Maklerunternehmen wie Ballwanz Immobilien erfolgreich am Markt.

 

„Die Tür öffnen und eine Fläche zeigen, das ist nicht mein Berufsverständnis“, sagt Rainer Ballwanz, der sich auf den mittleren und gehobenen Wohnungsmarkt konzentriert. „Wir versuchen, individuelle Anforderungsprofile zu erstellen und schauen genau, welche Produkte und welche Lage zu unseren Kunden passen.“ In seinem Büro lege er Wert auf Eintrittsbarrieren wie eine qualifizierte Berufsausbildung. Ballwanz und seine 20 Mitarbeiter vermitteln einige hundert Mietverträge pro Jahr. Da das Mietgeschäft aber für Maklerbüros von einer bestimmten Größe an nicht mehr lukrativ sei, vermarkten sie auch Eigentumswohnungen, im vergangenen Jahr etwa 150. Etwa 15 Prozent davon waren Neubauerstbezüge. Wie Ballwanz plädiert auch Jürgen Conzelmann, Vorsitzender des Frankfurter Eigentümerverbands Haus und Grund, für eine Qualitätskontrolle des Berufsstands, etwa durch die IHK.

 


 
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